CTEPH: früher unbehandelbar, heute heilbar

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte

Jahre nach einer Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge) bemerken Patienten mit chronisch thromboembolischer Lungenhochdruckerkrankung (CTEPH) eine schleichend, aber dauerhaft zunehmende Kurzatmigkeit. Vielen Patienten fällt dabei die Erinnerung an eine durchgemachte Beinvenen-Thrombose und/oder Lungenembolie schwer. Andere können sich gar nicht an ein solches Ereignis erinnern und erfahren in einer umfangreichen Abklärung, dass sie eine oder mehrere Lungenembolien durchgemacht haben, ohne dass ihnen ein solches Ereignis bewusst geworden ist.

Beinschwellungen, die typischerweise gegen Abend zunehmen und möglicherweise am nächsten Morgen verschwunden sind, kommen durch Wassereinlagerungen zustande und werden von Medizinern als Ödeme bezeichnet. Diese sind ein weiteres Symptom für die CTEPH-Erkrankung. „Wassertabletten“ (Diuretika) führen zu einer vermehrten Urinausscheidung und können bis zu einem gewissen Grad Linderung verschaffen. Eine bläuliche Verfärbung (Zyanose) der Lippen und der Nase, aber auch der Fingerspitzen entsteht durch einen Sauerstoffmangel und kann sich unter Belastung deutlich verstärken. Als Konsequenz ist meist dauerhaft eine Sauerstofftherapie (z.B. über eine Nasenbrille) notwendig.

Bei der CTEPH kommt es durch Umbauvorgänge des ursprünglichen Blutgerinnsels innerhalb der Lungengefäße zu einer zunehmenden Einengung dieser Gefäße. Dies ist vergleichbar mit einer Vernarbung der Gefäßinnenhaut und erschwert den Blutfluss und behindert die Sauerstoffaufnahme aus der Atemluft in das Blut. Zudem wird mehr und mehr das rechte (Lungen-)Herz belastet. Dies führt dann zu den beschriebenen Beinödemen.

Die korrekte Diagnosestellung einer CTEPH erfordert eine große Expertise auf diesem Gebiet und verlangt eine enge Zusammenarbeit von Lungenhochdruck-Spezialisten, Radiologien und Nuklearmedizinern. Lange Zeit galt die CTEPH als unbehandelbar. Mittlerweile ist diese allerdings durch eine sehr aufwendige Operation sogar heilbar. Da für diese Operation u.a. der Einsatz der Herz-Lungenmaschine notwendig ist und der Körper auf eine sehr niedrige Temperatur (Hypothermie) gebracht werden muss, werden derartige Operationen nur in dafür spezialisierten Zentren ausgeführt. Für die Patienten, deren CTEPH als nicht operabel eingeschätzt wird, steht zudem in naher Zukunft eine medikamentöse Therapieform zu Verfügung.

 Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte
2. Medizinische Abteilung