Grippe-Impfung senkt das Herzinfarkt-Risiko

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis

Nach Schätzung der Weltgesundheitsbehörde werden jährlich 10 % der Weltbevölkerung von der Grippe betroffen. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Die virushaltigen Tröpfchen, die durch Husten oder Niesen infizierter Personen entstehen, gelangen durch Einatmen in den Organismus. Aber auch durch das Anfassen infizierter Oberflächen (z. B. Türklinken) können die Viren als Schmierinfektion über die Hände in den Körper kommen. Deshalb Hände waschen in der Grippesaison!

Im Winter steigt regelmäßig die Zahl der Herzinfarkte. Wissenschaftler haben daher schon früher einen Zusammenhang zwischen Atemwegserkrankungen und Infarktrisiko vermutet.

Mehrere internationale Studien haben jetzt nachweisen können, dass Menschen, die sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen, zweifach profitieren: die Grippe-Impfung schützt vor der Virusinfektion und senkt die Gefahr, einen Herztod oder Herzinfarkt zu erleiden.

Risikopatienten für Herz-Kreislauferkrankungen wird daher dringend zur Grippe-Impfung geraten. Die so genannte „Influenza“-Infektion kann bei Herz- und Diabetespatienten zu Komplikationen führen. Die Grippe löst vermutlich Entzündungsprozesse aus, die Ablagerungen in den Gefäßen destabilisieren und zu Blutgerinnseln führen. Diese können einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall auslösen.

Aus diesem Grund sollten Risikopatienten die Impfmöglichkeit nicht leichtfertig außer Acht lassen. In Deutschland lassen sich derzeit noch zu wenige ältere Menschen und chronisch Kranke gegen Grippe impfen, nämlich nur jeder dritte Berechtigte.

Noch eine weitere Impfung wird für alle Menschen über 60 Jahre empfohlen: Die Pneumokokken-Impfung schützt vor einem der wichtigsten Lungenentzündungserregern, den Pneumokokken. Diese Impfung ist nur alle 6 bis 10 Jahre notwendig, während die Grippe-Impfung jedes Jahr aufgefrischt werden muss.

Die Impfkosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Der Impfschutz ist bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung vorhanden.

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis
1. Medizinische Abteilung