Herzrasen, Herzstolpern - harmlos oder nicht?

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis

Herzstolpern ist ein weit verbreitetes Phänomen. Meist sind dafür so genannte Extrasystolen verantwortlich, also zusätzliche Herzschläge, die das Herz kurz aus dem Takt bringen.

Gelegentliche zusätzliche Herzschläge sind meist harmlos und können auch bei Menschen mit völlig gesundem Herzen auftreten, beispielsweise bei Schlafmangel, unter hohem Konsum von koffeinhaltigen und alkoholischen Getränken oder bei seelischem und körperlichem Stress.

Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion, die Koronare Herzkrankheit oder Mangelzustände im Mineralhaushalt („Elektrolythaushalt“) können Extrasystolen auslösen. Ebenso können Medikamente (zum Beispiel Herzmedikamente, Medikamente gegen Nervenbeschwerden oder Depressionen) Herzstolpern verstärken.

Hellhörig sollte man werden, wenn Herz-Extraschläge mehr als 10-mal pro Minute auftreten oder gehäuft länger anhaltendes Herzrasen auftritt. Ein Arzt sollte immer aufgesucht werden, wenn Herzrhythmusstörungen gleichzeitig zu Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder Atemnot führen. Eine weitere Abklärung ist zudem notwendig, wenn bereits eine Herzerkrankung bekannt ist und das Herzstolpern neu dazukommt.

Sinnvoll können dann beispielsweise EKG-Untersuchungen und eine Herzultraschalluntersuchung sein. Auch der Blutdruck sollte genau überprüft werden, da ein erhöhter Blutdruck Herzstolpern verstärken kann. In seltenen Fällen kann auch eine Herzkatheteruntersuchung notwendig sein.

Bei harmlosem Herzstolpern ist normalerweise keine Behandlung erforderlich. Wer dennoch etwas tun möchte, zum Beispiel weil das Herzstolpern sehr unangenehm ist, kann Magnesium und/oder Kalium einnehmen – entweder täglich oder bei Bedarf, was bei vielen Menschen gut gegen Herzstolpern hilft. Wenn die Beschwerden stressabhängig auftreten, kann ein niedrig dosierter Betablocker hilfreich sein. Eine spezielle medikamentöse Therapie sollte immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt und nach Ausschluss wichtiger anderer Ursachen erfolgen.

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis
1. Medizinische Abteilung