Husten, Husten, Husten...

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte

Der Hustenstoß stellt eine natürliche Körperfunktion dar. Er dient normalerweise der Reinigung der Atemwege. Durch das ruckartige Zusammenziehen des Zwerchfells wird die Luft stoßartig aus den Atemwegen an die Umwelt abgegeben. Bronchialsekret, kleine Partikel aber auch Krankheitserreger können auf diese Art und Weise aus der Lunge entfernt werden.

Ein akuter Husten entsteht meist auf dem Boden von viralen oder bakteriellen Infektionen. Im Gegensatz dazu spricht man von einem chronischen Husten wenn dieser länger als 3 Wochen andauert.

Husten stellt in seinen unterschiedlichen Ausprägungen meist ein Krankheitssymptom dar. Die Beschwerden entstehen also auf dem Boden einer zugrunde liegenden Erkrankung. Neben den Infektionserkrankungen wie z.B. der Erkältung kommen hier viele ursächliche Erkrankungen in Frage. Asthma bronchiale, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Herzschwäche, der Rückfluss von Mageninhalt aber auch Tumorerkrankungen der Lunge und noch viele andere Krankheitsformen können Husten auslösen. Gelegentlich sind jedoch auch Medikamentennebenwirkungen für den chronischen Husten verantwortlich.

Chronischer Husten, akuter Husten mit Blutauswurf, aber auch Husten mit Fieber oder Luftnot sollten von Arzt abgeklärt werden.

Neben einer genauen Erhebung der Krankheitsgeschichte und der körperlichen Untersuchung insbesondere des Abhörens der Lunge stehen verschiedene technische Möglichkeiten zur Verfügung, um die Ursache der Hustenbeschwerden zu erfassen. Hierzu gehört die Labordiagnostik, die Untersuchung des Auswurfs, eine Röntgenaufnahme der Lunge, die Lungenfunktionsprüfung, Allergietests, die Lungenspiegelung, der Ultraschall des Herzens und auch die CT-Diagnostik der Lunge. In jedem Einzellfall muss geprüft werden, welche der möglichen diagnostischen Verfahren sinnvollerweise zum Einsatz gebracht werden sollten.

Nach der zugrunde liegenden Erkrankung richtet sich schließlich die Therapie des Hustens. Häufig reichen bei Hustenbeschwerden im Rahmen einer Erkältung die bekannten Hausmittel wie Hustentee aus. Schwerere bakterielle Infekte bedürfen gelegentlich einer Antibiotikatherapie. Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen erfordern  meist eine medikamentöse Inhalationsbehandlung. Sollten die Hustenbeschwerden auf dem Boden eines Rückflusses von Magenflüssigkeit entstehen, so können Säureblocker sinnvoll zum Einsatz kommen. Bei Hustenbeschwerden in Zusammenhang mit einer Herzerkrankung kann der Schlüssel der Symptomverbesserung in der Optimierung der Herzfunktion liegen.

Zusammenfassend stellt der  Husten zweifelsohne eines der häufigsten Beschwerdebilder in der Medizin dar. Nichts desto trotz ist die Ursachenabklärung der Beschwerden und das Festlegen einer geeigneten Therapie nicht immer leicht und erfordert bisweilen den umfassenden Einsatz der zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten.

 Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte/Oberart Dr. med. Rainer Baumgartner
2. Medizinische Abteilung