Lungenentzündung - nicht nur eine Erkrankung älterer Menschen

Oberarzt Dr. med. Rainer Baumgartner

Die Lungenentzündung (Pneumonie) ist in Deutschland nach wie vor die häufigste zum Tod führende Infektionskrankheit und betrifft bei weitem nicht nur ältere Menschen.

Eine Lungenentzündung entsteht meist durch eine bakterielle Infektion des Lungengewebes. Seltener sind Pilze und Viren hierfür die Auslöser. In Deutschland erkranken daran pro Jahr schätzungsweise etwa 800.000 Menschen. Wenn die Lungenentzündung auch meist nach zwei bis drei Wochen folgenlos ausheilt, so kann sie doch tödlich verlaufen. In Anbetracht der zahlreichen Erkrankungsfälle überrascht es nicht, dass die Lungenentzündung nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen zählt. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen, Patienten mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sowie Patienten mit einer Abwehrschwäche oder schon bestehenden Lungenerkrankungen. Neben den Menschen, bei denen ein besonders großes Risiko besteht, können aber auch junge, bisher gesunde Menschen plötzlich an einer Pneumonie erkranken.

Zu den typischen Beschwerden zählen Fieber, Schüttelfrost, Husten und Luftnot. Diese Symptome können jedoch auch nur schwach ausgeprägt sein, was die richtige Diagnose erschweren kann.

Bei Lungenentzündungen, die durch Bakterien ausgelöst werden, sind Antibiotika eine bewährte Behandlungsoption. Schwere Erkrankungen sollten dabei stationär im Krankenhaus therapiert werden. Trotz der medizinischen Fortschritte bei Diagnose und Therapie stellt die Lungenentzündung gerade in Anbetracht der zunehmend auftretenden Antibiotikaresistenzen nach wie vor eine Herausforderung für die Medizin dar.

Sinnvolle Vorbeugemaßnahmen gegen die Lungenentzündung können die Grippeschutz- und/oder die Pneumokokkenimpfung sein.

Oberarzt Dr. med. Rainer Baumgartner
2. Medizinische Abteilung