Lungenhochdruck - wenn selbst die Anforderungen des Alltags zur Belastung werden

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte

Kurzatmigkeit und Enge in der Brust bereits nach einem Stockwerk Treppensteigen, oder sogar beim Gehen in der Ebene oder wenn es leicht bergauf geht: Das sind die typischen, wenn auch unspezifischen Symptome von Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie).

Beim Lungenhochdruck kommt es durch eine Erhöhung des Widerstandes in den Lungengefäßen zu einer verminderten Fließgeschwindigkeit des Blutes innerhalb der Lunge. Die in der Folge abnehmende Herzleistung führt zu einer verminderten Leistungsfähigkeit der betroffenen Patienten und zu den bereits genannten Hauptbeschwerden wie eben der Atemlosigkeit. Tritt zusätzlich Wasser in den Beinen (Ödeme) auf, ist das ein offensichtliches Zeichen für die Entwicklung einer Schwäche des rechten Herzens. Mitunter fällt Angehörigen Betroffener auf, dass diese „blau werden“. Dies resultiert aus der verminderten Sauerstoffaufnahme der Lunge bei Lungenhochdruck. Der Mediziner bezeichnet dies als Zyanose. Vom Lungenhochdruck können sogar Menschen aus heiterem Himmel betroffen sein, die zuvor immer gesund waren. Aber auch die Einnahme von Appetitzüglern oder eine familiäre Vorbelastung können zur Entwicklung von Lungenhochdruck führen. Letzteres ist nicht immer klar ersichtlich und es ist nur bekannt, dass Angehörige „es schon immer mit der Lunge hatten“ oder „immer ganz blau waren“. Die Unklarheiten haben damit zu tun, dass das Wissen über den Lungenhochdruck auch unter Ärzten noch weiter wachsen muss. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass verschiedene Formen von Lungenhochdruck selten sind und deswegen meist erst sehr spät an diese Krankheit gedacht wird. Die oder der Betroffene haben dann oft schon einen langen Leidensweg hinter sich, weil die Beschwerden häufig auf ein (oftmals auch bestehendes) Übergewicht oder einen Trainingsmangel zurückgeführt wurden. Dabei sind bestimmte Formen von Lungenhochdruck erfolgreich behandelbar. 

Atemlosigkeit, für die es keine klar erkennbare Ursache gibt, muss immer an den Lungenhochdruck denken lassen. Bei der Diagnosestellung ist es wichtig, pneumologische (lungenfachärztliche) und kardiologische Befunde zu kombinieren, gemeinsam zu interpretieren und in Einklang zu bringen.

 Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte
2. Medizinische Abteilung