Lungentumor - zu 85 % trifft es Raucher

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte

Unter einem Bronchialkarzinom – auch Lungenkrebs oder Lungentumor genannt – versteht man eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der Atemwege. Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen. Besonders oft tritt ein Lungentumor bei Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Etwa 85 % aller betroffenen Patienten sind aktive oder ehemalige Raucher. Auch Passivrauchen und Stoffe wie z.B. Asbest zählen zu den Risikofaktoren für einen Lungentumor.

Die ersten Anzeichen für einen Lungentumor äußern sich meist sehr allgemein und uncharakteristisch: langanhaltender Husten evtl. mit Blutbeimengung, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und ein allgemeiner Kräfteverfall mit Gewichtsverlust können die ersten Anzeichen sein. Oftmals verbergen sich hinter den genannten Beschwerden auch andere Krankheiten, welche für den Patienten weitaus weniger gefährlich sind als ein Lungentumor. Klarheit kann hier erst eine Vorstellung beim Arzt verschaffen.

Für die Diagnose von einem Lungentumor spielen neben den Bild gebenden Verfahren (z.B. Röntgenaufnahmen einschließlich Computertomographie) Methoden wie die Lungenspiegelung, die mit einer Gewebegewinnung einhergehen, eine wesentliche Rolle.

Nach der Diagnosestellung, die neben dem Gewebetyp auch den Ausbreitungsgrad des Tumors erfassen sollte, kann das Behandlungskonzept mit dem Patienten festgelegt werden.

Neben operativen Maßnahmen kommen im Falle von einem Lungentumor medikamentöse Therapieansätze einschließlich der Chemotherapie als auch strahlentherapeutische Behandlungsmethoden in Frage.

Trotz der Tatsache, dass ein Lungentumor zu den Erkrankungen mit meist schlechter Prognose zählt, kann besonders in frühen Stadien oftmals ein Behandlungserfolg erzielt werden. Auch der Gewebetypus des Tumors spielt bei der Festlegung und Abschätzung der Wirksamkeit der Therapie eine wichtige Rolle. Für den Patienten bedeutet der Behandlungserfolg eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Zunahme der Lebenszeit. Im besonders günstigen Fällen kann bei einem Lungentumor auch eine Heilung erzielt werden.

Vor einer Entscheidung für oder gegen eine Therapiemaßnahme bei einem Lungentumor sollte daher immer ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patienten stehen, in dem die Risiken und Möglichkeiten der jeweiligen Therapie einschließlich der Kombination von Therapiemaßnahmen besprochen werden.

Bei einem Lungentumor ist neben den medizinischen Maßnahmen auch die Unterstützung der Betroffenen durch die Angehörigen ein wesentlicher Faktor im Gesamtkonzept der Behandlung.

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte
2. Medizinische Abteilung