Ohnmachtsanfälle unbedingt ernst nehmen!

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis

Etwa fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden unter plötzlichem, kurzzeitigem Bewusstseinsverlust. Diese unklaren, wiederkehrenden Ohnmachtsanfälle (im medizinischen Sprachgebrauch Synkopen genannt) sind ein ernstes, aber immer noch unterschätztes Problem.

Der Ohnmachtsanfall kann beispielsweise durch langes Stehen verursacht sein oder aus anderen, unter Umständen lebensbedrohenden Ursachen resultieren. Hierzu gehören Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler, Herzschwäche und Hirnleitungsstörungen

Die Unsicherheit über den Zeitpunkt und die Folgen des nächsten Ereignisses sind für viele Betroffene extrem belastend. Der Verlust des Bewusstseins kann zu schweren Unfällen und Verletzungen führen, im Extremfall sogar tödlich enden.

Daher ist es wichtig, betroffene Patienten gründlich zu befragen, zu untersuchen und mit teilweise aufwändigen Diagnoseverfahren die Ursache zu klären.

So sind neben einem EKG in Ruhe und unter Belastung häufig ein Langzeit-EKG sowie eine Herzultraschalluntersuchung notwendig. Zusätzlich wird in unserer Klinik zur weiteren Abklärung eine Kipptischuntersuchung durchgeführt, mit Hilfe derer eine Kreislauffehlregulation aufgedeckt werden kann. Auch eine neurologische Abklärung, inklusive Aufzeichnung der Gehirnströme, wird häufig durchgeführt. In weiterhin unklaren Fällen ist ein unter der Haut platzierter Ereignisrekorder notwendig, um seltene Herzrhythmusstörungen aufzudecken.

Die anschließende Behandlung richtet sich nach der aufgedeckten Ursache. Im Gespräch mit dem Patienten werden  Anleitungen zur Vorbeugung vermittelt. Durch eine optimale Therapie wird sehr häufig eine dauerhafte Anfallsfreiheit erreicht.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mehrmals auftretende Ohnmachtsanfälle unbedingt umfassend internistisch (kardiologisch) und auch neurologisch abgeklärt werden müssen.

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis
1. Medizinische Abteilung