Pneumologie - was ist das eigentlich?

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte

Lungenheilkunde (Pneumologie) - was ist das eigentlich? Diese Frage stellen sich Patienten häufig, wenn sie vom Hausarzt das erste Mal eine Überweisung zu einem Lungenfacharzt (Pneumologe) bekommen, meist zur Abklärung der Kardinalsymptome Husten und/oder Kurzatmigkeit (Dyspnoe).

Nicht viele können sich etwas unter diesen Begriffen vorstellen. Dabei nimmt die Zahl der Lungenerkrankten weltweit zu. Atemwegserkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Asthma bronchiale und chronische Bronchitis mit und ohne obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zählen zu den Volkskrankheiten. Der Lungenkrebs ist der am häufigsten zum Tode führende Tumor des Mannes. Bei den Frauen steht er bereits an dritter Stelle.

Obwohl der Hauptrisikofaktor für COPD und Lungenkrebs das Rauchen ist, ist es nicht richtig, alle Lungenerkrankungen als „selbstverschuldet“ zu betrachten. Die Lehre von den Erkrankungen der Lunge ist viel komplexer. Es ist zu unterscheiden zwischen den luftführenden Atemwegen wie Luftröhre (Trachea), Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen (Alveolen) und den blutführenden Gefäßen (Lungenarterien und -venen) der Lunge.

Der zentrale luftführende Atemweg ist die Trachea. Sie teilt sich auf in zwei große (Haupt-)Bronchien. Diese wiederum verzweigen sich in Lappenbronchien. In der linken Lunge sind das zwei Lungenlappen (Ober- und Unterlappen) plus die sog. Lingula. Rechts finden sich drei Lungenlappen (Ober-, Mittel- und Unterlappen). Es erfolgt eine weitere Aufzweigung in Segementbronchien usw. bis schließlich nach etlichen Aufteilungen die Bronchien in die sog. Lungenbläschen übergehen, die für den Gasaustausch entscheidend sind: Sauerstoff wird in die Lungengefäße aufgenommen und Kohlendioxid in die Lungenbläschen abgegeben. Der Atemvorgang in den luftführenden Wegen nennt sich Ventilation.

Als Atemminutenvolumen (AMV) bezeichnet man das Volumen, welches pro Minute ein- und ausgeatmet werden kann. Dies ist steigerbar über eine Zunahme der Atemfrequenz (AF) oder des Atemzugvolumen (AZV) und kann berechnet werden über die Formel AMV=AZV x AF. In Ruhe atmet ein Mensch ca. 0,5 l pro Atemzug. Bei einer AF von 12/Minute ergibt sich ein AMV von 6 l/min. Ein gesunder Mensch ventiliert täglich zwischen 10.000 und 15.000 l Luft. Das entspricht etwa dem Luftvolumen eines kleinen Zimmers.

Chefarzt Prof. Dr. med. Hanno H. Leuchte
2. Medizinische Abteilung