Volkskrankheit Vorhofflimmern

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis

Vorhofflimmern entsteht durch kreisende Erregungswellen in den Herzvorhöfen und ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Jeder 15. Erwachsene über 60 Jahren leidet darunter, während bei den über 80-Jährigen sogar jeder 7. betroffen ist.

Während beim Gesunden das Herz mit einem gleichmäßigen Rhythmus (Sinusrhythmus) schlägt, ist Vorhofflimmern durch einen unregelmäßigen, meist zu schnellen Herzschlag gekennzeichnet. Typische Symptome sind Herzklopfen, Herzrasen, „Poltern“ oder „Stolpern“, Schwindel, Beklemmungs- oder Angstgefühle. Teilweise wird die Störung erst durch Zufall im EKG entdeckt, ohne dass typische Symptome auftreten.

Da die Rhythmusstörung bei vielen Patienten nur von Zeit zu Zeit auftritt, ist häufig ein Langzeit-EKG oder Ereignisrekorder notwendig. Der Ereignisrekroder kann als „externes Kästchen“ mitgegeben werden oder mittels eines kurzen ambulanten Eingriffs unter der Haut implantiert werden. Die implantierten Geräte sind wenige cm lang und können den Herzrhythmus über mehrere Jahre aufzeichnen.

Vorhofflimmern kann anfallsartig auftreten und auch spontan wieder enden. Zunächst anhaltende Formen können oft durch Medikamente oder einen Elektroschock (Kardioversion) wieder in einen normalen Rhythmus zurückgeführt werden. Je früher Vorhofflimmern behandelt wird, desto größer sind die Chancen, es noch einmal zu beenden. Wenn rhythmusstabilisierende Medikamente nicht wirken, können weitere Behandlungsmethoden wie z.B. die Katheterablation hilfreich sein.

Eine Vielzahl häufiger Herzerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche und Herzgefäßverengungen begünstigen das Auftreten von Vorhofflimmern. Zuckerkrankheit, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum sind weitere Risikofaktoren. Eine Behandlung der Risikofaktoren und Begleiterkrankungen senkt das Wiederauftreten von Vorhofflimmern deutlich.

Vorhofflimmern ist als Rhythmusstörung selbst nicht lebensbedrohlich, kann aber durch Blutgerinnselbildung zum Schlaganfall führen. Daher sind in vielen Fällen Medikamente zur Blutverdünnung erforderlich, um das Embolierisiko zu senken.

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis
1. Medizinische Abteilung