Wenn die Seele das Herz zerbricht

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis

Angst und Depression belasten das Herz nachweislich. Die permanente Ausschüttung von Stresshormonen beeinflusst den gesamten Körper, so auch das Herz-Kreislauf-System.

Allein die Depression erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt um 60 Prozent und gehört damit zu den fünf wichtigsten Risikofaktoren. Bei depressiven Patienten können sich durch Änderungen im Immun- und Gerinnungssystem Gefäßverkalkungen schneller entwickeln. Zudem bewegen sich die Betroffenen infolge einer Depression weniger und achten meist auch seltener auf eine gesunde Ernährung.

Seit einigen Jahren ist das „Syndrom des gebrochenen Herzens“ bekannt (Fachbegriff Tako Tsubo Kardiomyopathie), eine akute Durchblutungsstörung des Herzens durch ein vorangegangenes Stressereignis (beispielsweise Krankheit oder Tod des Partners).

Heute geht man davon aus, dass jeder 50. Patient mit klassischen Brustschmerzen und Atemnot keinen Herzinfarkt, sondern das „Syndrom des gebrochenen Herzens“ hat.

Nach eingehender kardiologischer Untersuchung ist in bestimmten Fällen neben einer Herzmedikation auch eine antidepressive Therapie hilfreich.

Um Ihr Herz gesund zu halten, ist es wichtig, durch die fünf folgenden Tipps Depressionen vorzubeugen:

1) Führen Sie ein aktives Leben: Treiben Sie Sport und suchen Sie sich Hobbys.

2) Pflegen Sie soziale Kontakte aber vermeiden Sie den Kontakt zu Menschen, die nur Ihre Probleme bei Ihnen abladen wollen.

3) Gestalten Sie Ihren Tag bewusst und schaffen sie sich positive Momente.

4) Kümmern Sie sich um Ihr ganzes Leben (neben Geld und Arbeit insbesondere um Familie, Freundschaft und Gesundheit).

5) Entspannen Sie sich (kurze Auszeiten schützen vor Stress und Depression).

Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weis
1. Medizinische Abteilung