Sodbrennen - wie werde ich es los?

Oberarzt Dr. med. Mathias Nicolaus

Sodbrennen und Regurgitation (Saures Aufstoßen) sind die typischen Beschwerden bei der so genannten gastroösophagealen Refluxkrankheit. Reflux ist der Rückfluss von in der Regel saurem Magensaft in die Speiseröhre. Er tritt bei allen Menschen auf und ist vor allem nach einer Mahlzeit völlig normal. Wird er jedoch vom Patienten bemerkt und als störend empfunden oder führt er zu Komplikationen wie Entzündungen oder einer Verengung der Speiseröhre, dann spricht man von einer Refluxkrankheit.

Prinzipiell können alle Menschen von einer Refluxerkrankung betroffen sein. In der westlichen Welt leiden ca. 20 % der Menschen an Reflux. Neben anatomischen Begebenheiten wie einer Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels können Fettleibigkeit und Störungen der Transportfunktion von Speiseröhre oder Magen die Entstehung der Refluxkrankheit begünstigen. Nicht zuletzt ist die Empfindlichkeit der Speiseröhre individuell sehr verschieden. Während einige Patienten bereits physiologisch vorkommenden Reflux als schmerzhaft und störend empfinden, weisen andere Patienten bereits schwerste Veränderungen der Speiseröhrenoberfläche auf, ohne jemals Beschwerden gehabt zu haben.

Wenn die Symptome eindeutig sind oder eine Magenspiegelung Veränderungen der Schleimhaut aufzeigen, ist die Therapie zumeist einfach und erfolgt in der Regel medikamentös. Dies trifft jedoch nur auf 30 % der Erkrankten zu. Die übrigen 70 % zeigen endoskopisch keinerlei Veränderungen. Insbesondere wenn anstatt typischer Beschwerden atypische bzw. ungewöhnliche Symptome auftreten, kann die Diagnosestellung erschwert sein. Bei einer ganzen Reihe unterschiedlicher Beschwerden muss daher ebenfalls an eine möglicherweise zugrunde liegende Refluxerkrankung gedacht werden. So können Schluckbeschwerden, Übelkeit, Brustschmerzen hinter dem Brustbein oder ein Globusgefühl („Kloß im Hals“) gelegentlich genauso auf Reflux zurückgeführt werden wie chronischer Husten, Asthma oder eine Kehlkopfentzündung. Dies führt zum Teil dazu, dass diese Patienten erst zum Lungen- oder Hals-Nasen-Ohren-Facharzt gehen, bevor sie zum Gastroenterologen weitergeleitet werden.

Oberarzt Dr. med. Mathias Nicolaus
2. Medizinische Abteilung