Symptome und Diagnose

Insbesondere durch Erkrankungen, die auf den ersten Blick eine Kurzatmigkeit zumindest teilweise erklären können, kommt es zu einer Verzögerung der Diagnose Lungenhochdruck. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass es zwar klassische, aber keine spezifischen und nur für die PH zutreffenden Symptome gibt. Auch deshalb wird die Pulmonale Hypertonie weiterhin erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. In diesem ist bei Diagnosestellung eines typischen Lungenhochdruckes der Druck in den Lungengefäßen in der Regel bereits doppelt so hoch, wie er eigentlich sein sollte, und das rechte Herz ist in der Folge durch die erhöhte Beanspruchung in seiner Funktion bereits unter Ruhebedingungen eingeschränkt.

Da Erkrankungen wie die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), das Asthma bronchiale, die arterielle Hypertonie und die Übergewichtigkeit viel häufiger sind als die typische Lungenhochdruckerkrankung, erfordert es einer gezielten Aufmerksamkeit um diese klassischen Symptome einer möglichen Pulmonalen Hypertonie zuzuschreiben.

Spätestens wenn unter einer eingeleiteten Therapie eine Diskrepanz zwischen objektivierbaren Befunden und einer Kurzatmigkeit besteht, sollte auch an eine Pulmonale Hypertonie gedacht werden.

Klassische Symptome der Pulmonalen Hypertonie (Auswahl):

       Kurzatmigkeit, zunehmend unter Belastung

       Bläulich livide Färbung der Lippen (Zyanose)

       Wasseransammlung in den Unterschenkeln

       Eingeschränkte Leistungsfähigkeit

       Schwindel (bis hin zur Bewusstlosigkeit) unter Belastung

Konstellationen, die auch an eine Pulmonale Hypertonie denken lassen (Auswahl):

       stattgehabte Lungenembolie (auch längere Zeit zurückliegend)

       familiäre Häufung einer pulmonalen Hypertonie

       Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen)

       Appetitzüglereinnahme (auch in der Vergangenheit)

       angeborene Herzfehler (auch nach deren Korrektur)

       Hämato-/onkologische Erkrankungen (bzw. deren Therapien) in der Vorgeschichte

       starke Übergewichtigkeit

       gleichbleibende Kurzatmigkeit trotz adäquater Therapie der mutmaßlichen Grunderkrankung

       Infektionserkrankungen

       Leberzirrhose

       Unklarer Sauerstoffmangel

       Diskrepanz zwischen objektivierbaren Befunden und Kurzatmigkeit

 Befunde, die an eine Pulmonale Hypertonie denken lassen (Auswahl):

       Gasaustauschstörung in der Blutgasanalyse (respiratorische Insuffizienz) unter Ruhe- und/oder Belastungsbedingungen

       erhöhte BNP/NT-proBNP Werte im Blut

       Prominente Lungengefäße in Röntgenbild oder Schnittbilddiagnostik (Computer- oder Kernspintomographie, CT bzw. MRT des Thorax)

       Rechtsherzbelastung in der Elektrokardiographie (EKG)

       Rechtsherzbelastung in der Echokardiographie (Herzultraschall)

Welche Untersuchungen sind nötig um einen Pulmonale Hypertonie festzustellen?

Sobald eine nicht eindeutig geklärte Kurzatmigkeit vorliegt, sollte an einen Lungenhochdruck gedacht werden. Neben der typischen Symptomkonstellation und Angaben aus der medizinischen Vorgeschichte gibt es Untersuchungen, die den Verdacht auf das Vorliegen einer PH erhärten können. Anhand dieser (Vor-)Untersuchungen wird dann entschieden, ob eine Rechtsherzkatheteruntersuchung durchgeführt werden sollte. Denn es ist wichtig zu wissen, dass keine andere Methode in der Lage ist, eine PH definitiv auszuschliessen oder zu bestätigen.

Zu den (Vor-)Untersuchungen gehören: Blutgasanalyse und Lungenfunktion (in Ruhe und unter Belastung), EKG und Echokardiographie, Bestimmung von Blutwerten (z. B. Herzbelastung mit BNP/NT-proBNP) und ggfs. ein kombiniertes Belastungs-EKG mit -Lungenfunktion.

Sollte sich in diesen Untersuchungen der Verdacht auf das Vorliegen einer PH erhärten, folgen Untersuchungen (falls nicht anderweitig schon durchgeführt), die nach möglichen (häufigeren) Ursachen für eine PH suchen. Dies sind: Röntgenuntersuchungen incl. Computertomographie und Nuklearmedizinische Techniken (sog. Szintigraphie), die zum Nachweis verborgener Lungenembolien eingesetzt werden.

In Abhängigkeit dieser Untersuchungsergebnisse kann dann entschieden werden, in wie weit und wenn ja, wann eine Rechtsherzkatheteruntersuchung sinnvoll ist. Auch diese kann in Ruhe und unter Belastung durchgeführt werden.